Ich glaube, wir verbringen einen großen Teil unseres Lebens damit, nach etwas zu suchen.
Nach Liebe. Nach Anerkennung. Nach Erfolg. Nach Sicherheit. Und vor allem nach Glück.
Auch ich habe lange nach dem Glück gesucht.
Ich dachte, irgendwann müsste etwas passieren, damit ich sagen kann: Jetzt bin ich glücklich.
Vielleicht ist der richtige Mensch an meiner Seite. Mehr Geld. Mehr Erfolg. Eine andere Lebenssituation. Weniger Probleme. Mehr Sicherheit.
Bis ich irgendwann eine für mich sehr wichtige Entdeckung gemacht habe:
Das Glück war die ganze Zeit da.
Es war nicht draußen irgendwo und ich musste es auch nicht finden. Es war ein Teil von mir.
Glück ist ein Gefühl.
So wie Traurigkeit ein Gefühl ist.
So wie Wut ein Gefühl ist.
So wie Liebe ein Gefühl ist.
Und wenn all diese Gefühle in uns entstehen können – warum sollte das beim Glück anders sein?
Ich habe irgendwann aufgehört, ständig darauf zu schauen, was mir fehlt.
Denn wir Menschen sind darin ziemlich gut.
Wir haben zehn Dinge, für die wir dankbar sein könnten, und denken über das nach, das uns noch fehlt.
Ich habe angefangen, meinen Blick zu verändern.
Nicht: Was fehlt mir noch?
Sondern: Was habe ich schon?
Ich lebe. Ich kann fühlen. Ich kann denken. Ich kann lernen. Ich kann Entscheidungen treffen. Ich kann morgens aufstehen und meinen Tag verändern.
Vielleicht ist Glück manchmal viel unspektakulärer, als wir glauben.
Vielleicht Glück nicht, dass in unserem Leben alles perfekt ist.
Vielleicht bedeutet es einfach, trotz allem einen Grund zu finden, dankbar zu sein.
Ein weiterer wichtiger Punkt auf meinem Weg war das Alleinsein.
Früher hätte ich vielleicht gedacht, dass Zeiten des Alleinseins eine Leere sind, die gefüllt werden muss.
Heute sehe ich das völlig anders.
Ich habe viele dieser Stunden genutzt, um herauszufinden, wer ich eigentlich bin.
Ich habe gelesen.
Ich habe Videos angeschaut.
Ich habe mich mit Psychologie, Beziehungen, Spiritualität und Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt.
Nicht, weil ich irgendwann „fertig“ sein wollte.
Sondern weil ich neugierig geworden bin auf mich selbst.
Wer bin ich, wenn niemand neben mir steht?
Was glaube ich wirklich?
Was möchte ich?
Was tut mir gut?
Und was mache ich vielleicht nur deshalb, weil irgendwann einmal jemand gesagt hat, dass man es eben so macht?
Eine Erkenntnis klingt im ersten Moment vielleicht hart, aber für mich war sie unglaublich befreiend:
Jeder von uns ist ersetzbar.
In einem Unternehmen. In einer Aufgabe. In vielen Situationen unseres Lebens.
Wenn wir morgen nicht mehr dort sind, dreht sich die Welt trotzdem weiter.
Und genau diese Erkenntnis hat für mich das Leben nicht weniger wertvoll gemacht – sondern viel wertvoller.
Denn meine Zeit ist begrenzt.
Warum sollte ich sie auch damit verbringen, ständig Erwartungen anderer Menschen zu erfüllen?
Warum sollte ich mein Leben danach ausrichten, was anderes von mir denken?
Irgendwann habe ich für mich beschlossen, ein Stück weit aus dieser Welt da draußen auszusteigen.
Nicht körperlich.
Sondern innerlich.
Ich wollte anfangen, meine eigene Welt zu erschaffen.
Eine Welt, in der ich selbst entscheide, was Erfolg bedeutet.
Was Liebe bedeutet.
Was bedeutet Freiheit?
Und was Glück für mich bedeutet.
Je älter ich werde, desto weniger glaube ich, auf alles eine Antwort haben zu müssen.
Eigentlich ist das Gegenteil passiert.
Ich bin an einem Punkt angekommen, an dem ich sagen kann:
Ich weiß, dass ich nichts weiß.
Und genau das empfinde ich als Freiheit.
Ich muss nicht jede Meinung übernehmen. Ich muss aber auch nicht jede Meinung bekämpfen.
Ich kann etwas lesen, ausprobieren und beobachten:
Funktioniert das für mich?
Wenn ja, nehme ich etwas davon mit.
Wenn nein, lass ich es wieder los.
Wir haben heute Zugang zu unglaublich viel Wissen. Bücher, Podcasts, Filme, Videos, Vorträge – wir können uns mit nahezu jedem Thema beschäftigen.
Aber am Ende muss jeder selbst herausfinden, was für ihn richtig ist.
Einige Bücher haben mich in bestimmten Phasen meines Lebens besonders begleitet.
Christian Hemschemeier – „Der Liebescode“
Gerade in meinem Leben als Single hat dieses Buch einiges in meinem Denken über Beziehungen verändert. Es hat mich dazu gebracht, bestimmte Muster anders zu betrachten und mich stärker zu fragen, was eine Beziehung für mich eigentlich sein soll – und was nicht.
Sadhguru – „Die Weisheit eines Yogi“
Dieses Buch hat mich auf eine andere Art angesprochen. Es geht für mich dabei weniger darum, fertige Antworten zu bekommen, sondern den Blick nach innen zu richten und die eigene Wahrnehmung zu hinterfragen.
Dr. Joseph Murphy – „Die Macht Ihres Unterbewusstseins“
Ein Buch, das mich intensiv darüber nachdenken ließ, welchen Einfluss unsere Gedanken, Überzeugungen und inneren Bilder auf unser Leben haben können.
Neale Donald Walsch – „Gespräche mit Gott“
Unabhängig davon, wie man persönlich über Religion oder Spiritualität denkt, hat mich dieses Buch dazu gebracht, über viele Dinge neu besprochen und Fragen zuzulassen, auf die es vielleicht gar keine endgültigen Antworten gibt.
Auch verschiedene Bücher und Texte von Rudolf Steiner haben mich auf meinem Weg begleitet.
Ich sage dabei ganz bewusst nicht: Diese Bücher haben die Wahrheit.
Ich empfehle auch niemandem, alles zu glauben, was in einem Buch steht.
Im Gegenteil.
Damit nicht. Denkt nach. Hinterfragt. Probiert aus. Und behaltet das, was euch persönlich weiterbringt.
Nicht nur Bücher haben mich beeinflusst.
Einer der Filme, der besonders viel in mir ausgelöst hat, ist „Revolver“ .
Auf den ersten Blick ist es ein Drama bzw. Thriller. Für mich steckt darin aber viel mehr.
Der Film hat mich besonders über das Ego, die Angst, die Kontrolle und die Frage nachdenken lassen, wer eigentlich unser Leben bestimmt.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum manche Bücher oder Filme uns jahrelang im Gedächtnis bleiben.
Nicht weil sie uns eine Antwort gegeben haben.
Sondern weil sie eine Frage in uns ausgelöst haben.
Heute versuche ich nicht mehr, auf den Tag zu warten, an dem endlich alles stimmt.
Denn wahrscheinlich wird dieser Tag niemals kommen.
Es wird immer etwas geben, das besser sein könnte.
Mehr Geld. Mehr Zeit. Mehr Liebe. Mehr Erfolg. Ein schöneres Zuhause. Ein anderer Körper. Eine andere Vergangenheit.
Wenn ich mein Glück davon abhängig mache, werde ich mein ganzes Leben warten.
Deshalb versuche ich heute, mein Leben so anzunehmen, wie es gerade ist.
Nicht jeden Tag gelingt mir das gleich gut.
Auch ich bin traurig. Auch ich bin wütend. Auch ich zweifle.
Aber ich glaube nicht mehr automatisch, dass mit meinem Leben etwas falsch läuft, nur weil ich gerade ein unangenehmes Gefühl habe.
Und ich glaube vor allem nicht mehr, dass ich nicht gut genug bin.
Ich muss das Glück nicht irgendwo draußen suchen.
Ich kann meinen Blick verändern.
Ich kann dankbar sein.
Ich kann lernen.
Ich kann mich weiterentwickeln.
Ich kann meine eigene Welt erschaffen.
Und vielleicht ist genau das eine der schönsten Erkenntnisse meines bisherigen Lebens:
Ich habe so lange nach dem Glück gesucht, bis ich verstanden habe, dass es die ganze Zeit ein Teil von mir war.
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